Das Grün dahin bringen, wo die Welt noch grau ist….

Kein Wahlkampfspruch der Grünen oder einer anderen Partei – nein, es ist der Titel des Tätigkeitsberichtes des größten steirischen Energieversorgers. Das Grün verkommt doch etwas zu Grau, wenn alleine der Baumverlust durch den geplanten Kraftwerksbau in Puntigam nach Schätzungen zwischen  3000  und 8000 Stück betragen würde! Wenn die Errichtung des Kraftwerkes zwar viel grauen Beton aber über Jahre keinen und längerfristig nur noch teilweisen Zugang zum Erholungsraum der Mur bedeutet!  

Wieviel Grün ist drinnen, wenn grün draufsteht?

Soviel Grau ……

Gössendorf juni 2010

Mit ca. 50 Mio Euro, die für eines von immerhin fünf geplanten Kraftwerken rund um Graz  verbaut werden, könnte viel Grün bewegt werden. Thermische Sanierung z.b. oder Energieeinsparprojekte, die den Haushalten dazu verhelfen, längerfristig sparsamer unterwegs zu sein.  Der Umbau von elektrischer Heizung hin zu grüner und auch naher Wärme oder die Umrüstung von elektrischer Warmwasseraufbereitung. Oder – weil gerade tagesaktuell – neue Technologien für die Kühlung. Effiziente Verkehrssysteme mitentwickeln und nicht nur vom E-Auto, das alle Probleme lösen soll, träumen… Hier ist ein Energiekonzern gefragt und hier liegen auch interessante Geschäftsfelder, die nachhaltig und Zukunftsfähig sind.

Immerhin ist Energiesparen nicht nur nebenbei sondern ein zentraler Auftrag der internationalen Klimaschutzstrategie. Und langfristig die einzige Alternative zum immer weiterwachsen und immer noch mehr Energiequellen suchen und ausbeuten… Natürlich hat ein Energieversorger das Ziel, möglichst viel Gewinn zu machen - no na. Bei der bestehenden Eigentümerstruktur ist das öffentliche Interesse aber nicht einfach unter den Tisch zu kehren. Ob es zeitgemäß ist, was da an der Mur geplant wird? Diese Frage müssen sich die Verantwortlichen schon gefallen lassen.  Zumal die Marketingmaschinerie rund um dieses Kraftwerk nicht nur offensichtlich teuer ist, sondern dabei auch noch Dinge verspricht, die es so nicht geben wird. Die Mur wird dadurch kein kristallklarer Badesee, die Tierwelt der Mur wird nicht vielfältiger, die Mur wird dadurch nicht mehr Naherholung bieten als heute schon – und es wird an der Murböschung wesentlich weniger Platz für Bäume (die erst wieder aufzuforsten sein werden) geben, als gerne dargestellt. Ganz schön üppig, was eine/r da so alles erzählt wird.

statt soviel Grün?

 

Zum Glück lassen sich nicht alle durch viele teure bunte Bilder und verniedlichende Behauptungen betören. Innerhalb kürzester Zeit haben mehr als 13.000 Menschen ihren Zweifel an der Notwendigkeit dieses Kraftwerkes kundgetan. Das ist doch ein deutliches Signal. Es ist langsam an der Zeit, ernsthaft darüber zu reden, ob eine Strategie aus dem letzten Jahrhundert heute noch die richtige ist? Viel zu viele offene Fragen und kaum befriedigende Antworten….dagegen kann auch eine noch so ausgeklügelte Marketing-Charme-Strategie nicht viel ausrichten!

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