Murstaustufe: UVP-Gutachten und das öffentliche Interesse….

Wie alle wissen, die sich dafür interessieren, befindet sich die Murstaustufe Puntigam im Verfahren zur Umweltverträglichkeitsprüfung nach dem UVP-G 2000. Es gibt im Antrag des Kraftwerksbetreibers verschiedene Kapitel, auf einige davon gehe ich in diesem und nächsten Blogs ein.

Einige grundsätzliche Feststellungen zu den Gutachten: Im Antrag und den ihm zugrundeliegenden Gutachten fehlen manche Fakten wie z.b. wesentliche Gemeinderatsbeschlüsse und es wird der Eindruck erweckt, als würden jene Punkte betont, die dem Projekt förderlich gegenüber stehen und jene, die nicht so optimal sind,  ausgelassen bzw. nivelliert dargestellt – vielleicht nur eine subjektiver Eindruck?? Ob dieses Kraftwerk energiewirtschaftlich und volkswirtschaftlich argumentierbar ist, dazu gibt es wenig bis gar keine Befunde. Dabei hat die UVP zum Ziel, das öffentliche Interesse an der Errichtung eines solchen Bauwerks herauszufinden….
Aus meiner Sicht sind die folgenden drei -  im UVP-Antrag behandelten – Punkte die wichtigsten:  Auswirkungen auf Grünraum/Stadt- und Raumplanung, Auswirkungen auf die Wasserqualität und nicht zuletzt die Phase der Errichtung und die Belastung durch diese.

Zum Punkt Grünraum/Stadt- und Raumplanung:

Es gibt in der Stadt aus gutem Grund diverse Festlegungen, wie z.b. das Grazer Sachprogramm Grünraum 1997, das im Gemeinderat beschlossen wurde und der Uferzone an der Mur eine “wichtige ökologische Funktion im Nord-Süd verlaufenden Biotopverbund“  zuweist…

Auch im 3.0 Stadtentwicklungskonzept (STEK) sehr deutliche Ziele dazu:

wie z.b.: Wiederherstellung naturnaher Wasserläufe/ Feihalten eines Uferstreifens entlang natürlicher Gewässer von Bebauung und Intensivnutzung, mind. 10 m. etc… ” Der Murraum ist ein Element des Stadtbildes mit besonderer Prägekraft. Dieser ist in seiner räumlichen Qualität zu erhalten und als wichtige Naherholungsachse auszubauen und zu gestalten…..”

Auch die Steiermärkische Landesregierung hat sich zu diesem Thema schon mehr einfallen lassen: Im Regionalen Entwicklungsprogramm Graz/Graz-Umgebung (2005) kann man umfassend nachlesen, wie wichtig das Offenhalten von günstig gelegenen Verbindungsachsen als Grünzonen entlang der Mur ist…

Der Bau eines Kraftwerkes hätte den Verlust dieser durchgängigen raumbildenden Vegetation zur Folge. Auch die angekündigten Ausgleichsmaßnahmen sind z.B. für die angrenzende Schönausiedlung nicht ausreichend. Hier kommt es nicht “nur” zu einem vorübergehenden Verlust der Vegetation, hier wird sie auch dauerhaft nicht mehr ausgeglichen werden können.

Ín den Gutachten zur UVP werden zwar Grünzonen entlang der Mur erwähnt. Es kommt gerade einmal zu einer oberflächlichen +/-Bewertungstabelle - eine inhaltiche Auseinandersetzung mit diesem wichtigen Thema ist jedoch nicht enthalten.

Wer sich ein Bild machen will, sollte die weit fortgeschrittenen naturräumlichen Veränderungen aufgrund des Kraftwerksbaus in Gössendorf besichtigen, die sich bis ins Stadtgebiet herein auswirken. 

 Wir sammeln weiterhin Unterschriften für eine Volksbefragung zum Murkraftwerk, weil wir davon überzeugt sind, dass bei diesem Thema die GrazerInnen mitreden sollen! www.wellenschlagen.at;

Die Unterschriften können in den nächsten Tagen wieder direkt an den diversen Ständen geleistet werden. Wer schon im Internet unterschrieben hat, hat damit leider noch keine Unterschrift für eine Volksbefragung geleistet, die soll persönlich geleistet werden, damit sie zählt. Voraussetzung ist wahlberechtigt in Graz(16) zu sein.

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